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Einkommensverteilung


In seinem famosen neuen Buch hofft der US-Starökonom Paul Krugman, dass nach dem Debakel der Neokonservativen ein neues progressives Zeitalter anbricht.

"Mittelschichtgesellschaften entstehen nicht von selbst mit der Reifung einer Volkswirtschaft, sondern müssen durch politisches Handeln geschaffen werden." Es war nicht die "kapitalistische Entwicklung", es waren Liberale, die es schafften, "die Ungleichheit der Einkommen erheblich zu verringern, mit fast ausschließlich positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt". Sie handelten entschlossen und konnten die konservativen Kräfte so besiegen. An diesen Männern und Frauen sollten sich "die Liberalen von heute ein Beispiel nehmen, wenn sie lernen wollen, was politische Führung zu bewirken vermag".

Quelle:TAZ vom 2./3. Februar 2008 über das neue Buch von Paul Krugman: Nach Bush. Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten.

Anmerkung: Wenn die obige Aussage stimmen sollte, wird die Welt in Zukunft öfter nach Ecuador schauen. Dort hat der Präsident Rafael Correa im Jahr 2008 u.a. folgende Schritte eingeleitet:

  • Noch Ende Dezember 2007 wurde eine Steuerreform verabschiedet, die nach europäischen Standards wenig spektakulär klingt, bei der ecuadorianischen Oberschicht jedoch für Entrüstung sorgte, da sie eine gerechtere Verteilung des Reichtums zum Ziel hat: Gestaffelte Einkommenssteuer, satte Besteuerung von Luxusautos, Grundbesitz und Erbschaften ab einer bestimmten Höhe, und Strafen für Steuerhinterziehung.
  • Erdölbranche: Hier hat Correa im Oktober festgelegt, dass die zusätzlichen Gewinne aus dem hohen Weltmarktpreis für Rohöl künftig zu 99% dem Staat zufallen, und nur zu einem Prozent den ölfördernden Unternehmen. Bis dahin hatte ein Verhältnis von 50:50 gegolten. Der staatliche Ölkonzern Petroecuador, so der Präsident, sei immer noch von politischen Mafias durchzogen und korrupt – man arbeite daran, ihn effizienter zu gestalten.
  • Man werde sich mit den Bankiers zusammensetzen und verhandeln, aber nicht darum, ob sie die Zinsen senken oder nicht, sondern darum, wie sie das bewerkstelligen können.
  • 2007 überstiegen die Sozialausgaben erstmals die Summe, die Ecuador in den Schuldendienst investierte. Die Sozialhilfe für die Ärmsten und das Wohngeld wurden verdoppelt, der staatliche Mindestlohn heraufgesetzt, ein Mikrokreditprogramm zu bescheidenen 5% Zinsen aufgelegt, die Ausgaben für Bildungs- und Gesundheitswesen sowie Infrastruktur erheblich gesteigert.

aus: Ecuador: Hasta la victoria siempre!

Wirklich liberale Positionen in Deutschland finden sich übrigens z.B. bei der Humanwirtschaftspartei