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Der richtige Ranzen ist rückenfreundlich


(23.07.03) Rund 800 Kilometer laufen Schüler pro Jahr insgesamt zur Schule und zurück. Der Schulranzen als Marschgepäck ist dabei meist viel zu schwer. "Maximal zehn Prozent des Körpergewichts des Kindes sollte ein gepackter Schulranzen wiegen. Das heißt: Bei einem 25 Kilogramm schweren Kind darf der Ranzen nicht mehr als zweieinhalb Kilogramm wiegen", so Dr. Katja Matthias, Ärztin beim AOK-Bundesverband. Jedes Kilo mehr schadet dem Rücken und kann zu Haltungsschäden führen.

Das kindliche Skelett ist noch lange nicht so stabil wie das eines Erwachsenen. Viele Kinder haben am Ende der Grundschulzeit mit Rückenschmerzen zu tun. Ein Grund dafür sind zu schwere Schulranzen, falsche Tragegewohnheiten und mangelnde Bewegung. Und schon viele Schulanfänger haben eine Haltungsschwäche. Deshalb ist vor allem bei Schulanfängern sehr wichtig, dass der Ranzen nicht zu schwer ist und dass er auf dem Rücken getragen wird, empfiehlt Dr. Katja Matthias. Umhängetaschen oder Rucksäcke sind bis zum zwölften Lebensjahr als Schultasche nicht geeignet. Das einseitige Tragen belastet die Wirbelsäule und fördert Haltungsschäden. Die Weichen für einen gesunden und starken Rücken stellt man im Kindesalter. Neben den richtigen Tragegewohnheiten fördert der Muskelaufbau natürlich eine gute Haltung. Und das geht am besten mit viel Bewegung und Sport. Etwa im zwölften Lebensjahr ist der Reifeprozess der Wirbelsäule weitgehend abgeschlossen.

Stabil und standfest

Wichtig ist auch, wie der Ranzen beschaffen ist. Die so genannten Leichtschulranzen aus Kunststoff wiegen in der Regel alle höchstens 1.200 Gramm, sind dabei aber formstabil und standfest. Schon durch das geringe Eigengewicht eignen sich diese Ranzen besser für einen ABC-Schützen als schwere Ledermappen, erklärt die AOK-Expertin. Außerdem sollten die Eltern darauf achten, dass Rückwand und Gurte gepolstert sind. Die Tragegurte sollten sich problemlos auf die Größe des Kindes einstellen lassen. So können Fehlhaltungen beim Tragen des Ranzens vermieden werden. Sind die Gurte zum Beispiel zu kurz, zieht das Kind die Schultern nach vorne und macht einen Rundrücken. Sitzt der Ranzen zu tief, können Druckstellen am unteren Ende des Rückens entstehen. Außerdem sollten die Gurte mindestens vier Zentimeter breit sein. Das verhindert, dass sie durch das Gewicht des Ranzens einschneiden. Der Ranzen selbst sollte nicht breiter sein als die Schultern des Kindes. Der obere Rand schließt im Idealfall mit der Schulterhöhe des Kindes ab, so Dr. Katja Matthias. Das dient auch der Sicherheit im Straßenverkehr. Ist der Tornister höher, kann das Kind, wenn es sich umdreht, nicht sehen, was hinter ihm passiert. Außerdem sollte der Ranzen Reflektoren und Leuchtstreifen haben. So wird das Kind auch bei Dunkelheit besser gesehen.

Beim Kauf beraten lassen

Beim Kauf des Ranzens sollten die Eltern sich im Fachgeschäft beraten lassen. Das Kind muss auf jeden Fall seinen zukünftigen Schulranzen anprobieren. Geprüfte und mit dem GS-Zeichen 58124 versehene Modelle erfüllen einen gewissen Mindeststandard, was Qualität und Sicherheit angeht. Nicht unbedingt lebensnotwendig aber praktisch ist ein Wasser abweisender Schulranzen, der auch mal in einer Pfütze landen kann, ohne dass gleich der ganze Inhalt durchgeweicht wird. Ein eigenes Fach für das Pausenbrot an der Außenseite verhindert, dass Hefte und Bücher mit Butter oder Brotaufstrich verschmiert werden. Für den Inhalt gilt: Der Ranzen sollte nicht zu voll gepackt werden. Am besten ist es, wenn Eltern und Kinder jeden Abend gemeinsam überprüfen, ob wirklich nur die Hefte, Bücher und Stifte im Ranzen sind, die am nächsten Tag gebraucht werden, empfiehlt Dr. Katja Matthias. Alles andere, wie Murmeln und anderes Spielzeug, sollte herausgenommen werden. Der große Weltatlas oder die Turnschuhe können vielleicht auch in der Schule aufbewahrt werden. So muss das Kind nicht unnötig schleppen, rät die Ärztin. Eltern sollten das, am besten noch vor Schulbeginn, mit den Lehrern besprechen.

Aktionspaket der AOK

Zum Thema Schulranzen bietet die AOK ein kostenloses Aktionspaket an, das Informationen für Eltern, Lehrer und Schüler enthält. Wer möchte, kann bei der AOK zusätzlich einen Schulranzen-TÜV in die Schule bestellen. Gemeinsam mit den Beratern der AOK wiegen die Kinder ihre Schultaschen und kontrollieren sie auf Trageeigenschaften und eventuelle Schwachstellen, erklärt Dr. Katja Matthias. Jeder Schüler erhält abschließend eine wasserfeste, reflektierende TÜV-Plakette, auf der er das Höchstgewicht seines Ranzens eintragen kann. Informationen zum Schulranzen-TÜV gibt es bei jeder AOK vor Ort. Mehr Infos auf unser Seite über Schulranzen

Quelle:AOK