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Alternativen zur Globalisierung: Eden - eine lebendige Idee

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Am 28. Mai 1893 wurde die „Vegetarische Obstbaukolonie Eden e.G.m.b.H.“ gegründet. Die 18 Gründungsmitglieder erstrebten eine genossenschaftliche Siedlung auf bodenreformerischer Grundlage, ausschließlich für Vegetarier. 1901 wurde die Satzung allerdings geändert und es konnte jeder, der sich „einer gesunden Lebensweise befleißigte“, Mitglied der Genossenschaft werden. Eden entwickelte sich zu einem vielschichtigen, facettenreichen Lebensreformprojekt.

Alternativen zur Globalisierung: Eden - eine lebendige Idee

Vegetarische Obstbaukolonie Eden e.G.m.b.H.

aus www.eden-eg.de

Vegetarismus, Ernährungsreform, Bodenreform, Kleiderreform, Tierschurz, Antialkoholbewegung, Freikörperkultur, naturnaher Gartenbau und eine parteipolitisch unabhängige genossenschaftliche, nach anfänglich großen Schwierigkeiten, erfolgreiche wirtschaftliche Betriebsführung brachte die Siedlung ihren Zielen der Boden-, Wirtschafts- und Lebensreform in den ersten vier Jahrzehnten ihres Bestehens sehr nahe. 1923 wurde der Genossenschaft aufgrund ihrer Verdienste die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

In der Zeit des Nationalsozialismus und während der DDR-Zeit hat sich die Genossenschaft den politischen Gegebenheiten angepasst und im Lauf der Jahrzehnte weitgehend von ihren ursprünglichen Ideen entfernt. Nur der bodenreformerische Gedanke blieb bestehen. Grund und Boden sind auch heute noch Eigentum der Genossenschaft und dürfen, so lange sie besteht, nicht veräußert werden. Die „Heimstätten“ werden als Erbbaurechte mit einem sozial verträglichen Erbbauzins an die Nutzer vergeben.

Nach der politischen Wende gab es viele Bestrebungen, die ursprünglichen Edener Ziele der „Boden-, Wirtschafts- und Lebensreform“ zeitgemäß wieder zu beleben. In Vorbereitung der 100-Jahr-Feier der Genossenschaft entstanden zahlreiche Arbeitsgruppen und auch die siedlungseigene Zeitschrift „Edener Mitteilungen“ erschien nach über fünfzigjähriger Pause wieder. Bereits in der ersten Ausgabe 1992 wurde ein „Beitrag zur Zukunft Edens“ veröffentlicht, in dem engagierte Bewohner und Genossenschaftsmitglieder Vorschläge erarbeitet haben, wie man die Gründungsgedanken der Genossenschaft erneuern könne.

Im Mai 1994 folgten die Edener “Werkstattgespräche“. Die Eden-Stiftung und Gremien der Genossenschaft haben unter Einbeziehung der Bewohner Edens und mit Hilfe zahlreicher Fachleute ein Konzept für die „Ökologische Siedlung Eden“ erarbeitet. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst und teilweise in die Erhaltungs- und Gestaltungssatzung sowie in die Siedlungsordnung der Genossenschaft übernommen.

Die meisten der in den Jahren 1992 bis 1995 gebildeten Arbeitsgruppen sind auch heute noch aktiv. Leider ist es nicht vollständig gelungen, das in den ersten Jahren nach der Wende aufkeimende Interesse der Bewohner Edens an einer zeitgemäßen Umsetzung der Gründungsideen fortzusetzen. Auch die finanziellen Mittel haben sich in den letzten Jahren erheblich verringert. Um aber den Fortbestand der Genossenschaft dauerhaft zu sichern, hatte der Aufsichtsrat der Genossenschaft im April 2008 alle Edener Bewohner und Genossenschaftsmitglieder zur ersten „Edener Ideenkonferenz“ eingeladen. Ziel dieser und der folgenden Veranstaltungen war die Neuausrichtung der Genossenschaft für die Zukunft. Als Zwischenresultat entstand der „Struktur- und Entwicklungsplan 2015“. Die Ergebnisse dieser Bemühungen wurden in einer außerordentlichen Generalversammlung vorgestellt und von den Mitgliedern mehrheitlich beschlossen. Der „SEP 2015“ enthält Leitlinien für die kommenden Jahre.

Parallel zu den Diskussionen der „Zukunftswerkstatt“ wurde auch das Statut der Genossenschaft überarbeitet. Das in vielen Punkten geänderte Genossenschaftsgesetz machte diese Überarbeitung erforderlich. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung im Jahr 2008 wurde die geänderte Fassung vorgestellt, weitere Änderungsvorschläge wurden diskutiert, abgestimmt und in die neue Satzung (ehemals Statut) übernommen. Die Satzung und der Struktur- und Entwicklungsplan 2015 bilden die Handlungsgrundlage für Geschäftsführung, Vorstand, Aufsichtsrat, Zweckbetriebe, Arbeitsgruppen und Mitglieder der Genossenschaft.

Tipp:

Eden-Ausstellung mit Sonderausstellung Gustav Lilienthal - Silvio Gesell - Freiland - Geldreform